Pilgern und Pilgerwege in Österreich

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Wallfahrt und Pilgern

Zwischen diesen beiden Begriffen für eine „religiöse Reise“ gibt es viele Ähnlichkeiten. Eine Charakterisierung mag jedoch helfen, die unterschiedlichen Schwerpunkte dieser Wege zu verstehen und nachzuvollziehen.
Als Menschen sind wir auf der Erde immer unterwegs zu unserer ewigen Heimat in Gott. In diesem Sinn sind wir gleichsam „Fremde“ (vom lateinischen Wort peregrinus = Fremder kommt das Wort Pilger). Dennoch sind wir in dieser Welt „zuhause“. Diese Spannung zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und immer wieder etwas Neuem, zwischen Stabilität und Mobilität, zwischen Festhalten an Gewohnheiten und Aufbruch in etwas Unbekanntes, zwischen Bewahren und Erneuern spüren wir bei verschiedensten Gelegen-heiten. Dabei vertrauen wir, dass mit der Schöpfung und der Mensch gewordenen Solidarität Gottes in Jesus Christus letztlich alles in der Hand Gottes geborgen ist.

Beim Pilgern geht es vorrangig um einige Grundhaltungen, die in allen Religionen und für das Menschsein insgesamt bedeutsam sind:

• Das Bewusstsein, als Menschen immer unterwegs zu sein
• Eine Konzentration auf das wirklich Notwendige und Wesentliche, weil alles Unnötige nur

   überflüssigen Ballast darstellt.
• Offenheit und Aufmerksamkeit für die umgebende Wirklichkeit, durch die Gott mit uns in Verbindung

   tritt usw.


Das Ziel des Pilgerns ist das Gehen des Weges selbst. Dabei offenbart sich nicht selten eine Erfahrung von Freiheit. Ein Pilgerweg ist immer auch ein Weg zu sich selbst. Die persönlichen religiösen Überzeugungen können dabei sehr individuell sein. In einem weiteren Sinn kann man diese Pilgerhaltungen auch in den Alltag mit¬nehmen und dann so manches als Pilger-Erfahrung deuten.

Eine Wallfahrt ist eine konkrete Unternehmung, die Menschen (oft mit einem bestimmten Anliegen) an einen besonderen religiösen (Wallfahrts-)Ort führt. Eine Wallfahrt ist eine religiöse Unterbrehung des Alltags, ja ein kleines Fest des Glaubens. Die persönliche Religiosität ist dabei eingebunden in den Glauben der Kirche. Natürlich sind auch die beschriebenen Pilgerhaltungen für eine Wallfahrt wertvoll, bleiben möglicherweise aber mehr im Hintergrund. Viel mehr beachtet man den erreichten Ort, seine Geschichte, die Spuren der Gläubigen (Heiligen), die hier waren, die Schönheit der Kirche usw.

Pilgerweg und Wallfahrt sind kein Widerspruch. Es gibt auch beides in einem, wenn die jeweiligen Charakteristika bei den verschiede¬nen Etappen entsprechend hervortreten. Beide weiten den Horizont, vertiefen den Glauben und stärken das Vertrauen in Gott, der alles zum Guten führt bei den Menschen, die lieben.

Dr. Walter Krieger, Österreichisches Pastoralinstitut Wien

www.pastoral.at


Themenbereiche im Steinbruch
- sich besinnen - damals - heute - glaubend unterwegs - Fundgrube
Diese Themen werden zur Zeit in einer transnationalen Arbeitsgruppe bearbeitet. Einige Beiträge sind bereits fertiggestellt und publiziert, andere werden in den nächste Monaten erscheinen. Sollten sie als Besucher einen Beitrag publizieren wollen, so bitten wir sie, uns diesen Beitrag zu Handen der Arbeitsgruppe zuzustellen (admin@jakobsweg.ch).


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Spiritualität des Pilgerns

von Dr. Petra Kurten, Katholische Universität Eichstätt.

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