Pilgern und Pilgerwege in Österreich

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Zwischen Bayern und Österreich gibt es einen neuen Pilgerweg.

Salzburg (KAP) Zwischen Bayern und Österreich gibt es einen neuen Pilgerweg. Er ist nach dem "Salzheiligen" und "Apostel Bayerns", dem heiligen Rupert von Salzburg, benannt und wurde an dessen Festtag, dem 24. September, feierlich eröffnet. Im Vorfeld dieser Eröffnung war eine Pilgergruppe auf der 120 km Strecke unterwegs, die vom Marienwallfahrtsort Altötting über das Berchtesgadener Land nach Salzburg führt (Bild).

Der St. Rupert-Pilgerweg sieht sieben Tagesetappen in zwei Varianten ab Waging vor, eine Route führt über Bad Reichhall nach Salzburg, die andere über das Salzkammergut nach Bischofshofen. Markiert ist der Weg mit einem goldenen Kreuz in einem lila Rechteck. Die Religionspädagogin an der Katholischen Universität Eichstätt, Prof. Petra Kurten, war an der Ausgestaltung der Strecke beteiligt. Sie zeichne sich dadurch aus, dass sie Asphalt fast völlig meidet und auf landschaftlich besonders schönen Wanderwegen verläuft.

St. Rupert-Pilgerweg

Bei der Konzeption des von der EU geförderten Weges arbeiteten Theologen mit touristischen und kirchlichen Organisationen zusammen. Mit der neuen Strecke verdichtet sich das Netz grenzüberschreitender Pilgerwege zwischen Bayern und Österreich. So gibt es bereits die "Via Nova", die jetzt auch einen böhmischen Abschnitt hat, den "Wolfgangweg" zwischen Regensburg und St. Wolfgang im Salzkammergut und den Jakobsweg, der ebenfalls über salzburgisch-bayerisches Gebiet führt.

Salzburger Landespatron war selbst Pilger
Laut dem Ökumenischen Heiligenlexikon war Rupert (um 650-718) selbst ein Pilger, der ausgehend von Worms als Bischof zunächst in der damaligen bairischen Hauptstadt Regensburg wirkte und später donauabwärts bis an die Grenze des Awarengebietes in Lorch (Lauriacum/Enns) und danach im Gebiet von Salzburg den Glauben verkündete. Rupert stammte wohl aus der fränkischen Hochadelsfamilie der Rupertiner, Herzog Theodo von Bayern beauftragte ihn 696 mit Missionsaufgaben.

Rupert gründete das Kloster St. Peter - das älteste bestehende Kloster im deutschen Sprachraum - und wurde dort Abt, errichtete eine große Kirche an der Stelle des späteren Domes und wurde erster Bischof von Salzburg. 710 gründete Rupert eine Klosterzelle im Pongau, aus der die Stadt Bischofshofen wuchs. Dort befindet sich auch Ziel und Symbol des Pilgerweges: das "Rupertuskreuz". Dieser, zu Lebzeiten Ruperts entstandene Kultgegenstand, soll das älteste sakrale Kunstwerk Österreichs sein.

715 kehrte Rupert an seinen Bischofssitz in Worms zurück, wo er drei Jahre später verstarb. Zur Weihe des neuen Salzburger Domes durch Bischof Virgilius wurden seine Reliquien 774 nach Salzburg überführt. Heute ruhen sie im Dom und in der Abteikirche St. Peter; der 24. September, der Tag der Überführung der Gebeine, ist heute Landesfeiertag in Salzburg.

(Informationen: www.rupert-pilgerweg.com)
25. 9. 2012

© Projekt „Pilgern in Österreich“ - Arbeitskreis Tourismuspastoral Österreichs